Grundschule Ihlpohl

Unsere Schule - das sind WIR

Unsere Schule - das sind WIR

Lesepatenschaft -
Vierklässler lesen für Kita-Kinder


- ein Kooperationsprojekt der Kindertagesstätte Ihlpohl
und der Grundschule Ihlpohl

Einleitung
Wem schon als kleines Kind vorgelesen wurde, der bekommt nicht nur ein positives Verhältnis zu Büchern und zum Lesen, sondern entwickelt seinen aktiven und passiven Wortschatz - Aspekte, die durch Forschungen bewiesen sind. Kindergärten und Grundschulen sind die Orte, an denen Leselust gelegt werden muss, denn das Zeitfenster für die Entwicklung von Lesekompetenz und Leselust ist kurz. Spätestens in der Pubertät kann es sich bei mangelndem Interesse wieder schließen. Nur alleine Bücher in einer Einrichtung zu haben, genügt nicht. Sie müssen vielmehr zum Leben erweckt werden – durch Lesen und durch Vorlesen. Vorlesepatenschaften zwischen Grundschülern und Kindergartenkindern können für beide Seiten im Leseprozess eine wichtige Hilfe sein:

Nutzen für die Kindergartenkinder
  • sie bekommen vorgelesen
  • sie genießen die Atmosphäre des Vorlesens
  • die Kinder eifern den Älteren nach (der Aspekt des jahrgangsübergreifenden Lernens), haben eine Motivation, selbst schnell lesen zu lernen
  • positives Gefühl, dass ältere Kinder sich Zeit für sie nehmen
  • sie lernen Bücher kennen
  • Kinder mit Deutsch als Zweitsprache werden in besonderer Weise sprachlich geschult (evtl. durch eine spezielle Vorauswahl passender Buchtitel)
  • Motivation, selbst nach Büchern zu suchen, die sie vorgelesen bekommen wollen
  • Bindung an die eventuell aufnehmende Institution - Sicherheit bei der Einschulung

Nutzen für die Schulkinder
  • neue Lesemotivation
  • sie müssen ihre Texte, die sie vorlesen, vorbereiten, indem sie den Text „üben“ (Lesekompetenz)
  • Methodenkompetenzgewinn durch Arten des Vorlesens (verteilte Rollen, Lesen mit Gesten, „interaktives“ Vorlesen, ...) und Arten, mit den Kindern umzugehen und auf sie zuzugehen
  • Aspekt des jahrgangsübergreifenden Lernens: Vorbildfunktion
  • Ansporn für „schwache“ Vorleser zu üben, um sich an dem Vorlesen beteiligen zu können
  • Sprachkompetenzerweiterung durch Eingehen auf das Sprachniveau der jüngeren Kinder

Nutzen für die Lehrkräfte und Erzieher
  • Kontakt zwischen Erzieherinnen und Lehrpersonen wird gefördert
  • noch besseres kennen lernen der jeweiligen Einrichtung
  • Kontakt zu ehemaligen Kindern bei Erzieherinnen
  • Steigende Sicherheit in der Lesekompetenz bei den Schulkindern
  • Steigende „Zuhörkompetenz“ bei den Vorschulkindern
  • Parallelität zu der vorschulischen Sprachförderung

Organisatorisches
Diese Vereinbarungen wurden am 9.6.2009 auf einem gemeinsamen Treffen der Erzieherinnen der Kindertagesstätte Ihlpohl und Lehrkräften der Grundschule Ihlpohl erarbeitet:
  • Die Erzieherinnen der Kindertagesstätte und die Lehrerinnen sprechen zwischen den Sommer- und Herbstferien gemeinsam alle Jahrestermine miteinander ab (Frequenz; Wochentag; Uhrzeit etc.) und fertigen gemeinsam einen Terminplan an. In der Regel beginnt die Leseaktion nach den Herbstferien des jeweiligen Schuljahres.
  • Spätestens eine Woche vor dem Lesetermin werden jeweils zwei Bücher von den Erzieherinnen in der Grundschule abgegeben. Die Bücher sind jeweils unterschiedlichen Altersstufen zuzuordnen und bilden somit eine Möglichkeit der Differenzierung für die Schulkinder.
  • Die Lehrerinnen fühlen sich für einen guten Lesevortrag ihrer Lesekinder verantwortlich. Alle Schüler sollen die Möglichkeit erhalten, sich an der Vorleseaktion zu beteiligen. Kinder mit weniger ausgereifter Lesekompetenz können nur leichte oder kurze Passagen vortragen, die Präsentation der Bilder übernehmen oder Fragen zum Inhalt des Buches erarbeiten und vorstellen.
  • Die Erzieherinnen sorgen für das rechtzeitige Aufschließen der Verbindungstür zwischen Kindertagesstätte und Grundschule.
  • Die Lehrerinnen sorgen für ein rechtzeitiges Losschicken der Schulkinder zur Kindertagesstätte.
  • Die Lehrerinnen gewährleisten, dass die Vorlesebücher zum Lesetermin vorliegen (z.B. durch das vorherige Einsammeln der Bücher).
  • Die Erzieherinnen geben den Lehrerinnen in schriftlicher Form eine umgehende kurze Rückmeldung über den Lesevortrag der Vorlesekinder.